Osnabruecker Oberstufentage Vom Kinderwunsch zum Kind nach Wunsch

16. Osnabrücker Oberstufentage: „Vom Kinderwunsch zum Kind nach Wunsch“

Um ethische Problemstellungen zu Fragen des Lebensanfangs ging es auf den diesjährigen Oberstufentagen, organisiert vom „Arbeitskreis Kirche und Schule“, dem vom Ratsgymnasium Frau Doering, Frau Just, Herr Dr. Neuhaus und Herr Weymann angehören. 27 Schülerinnen und Schüler vom Rats und EMA nahmen engagiert teil und sammelten an diesem Wochenende viele Eindrücke und neue Erkenntnisse.

Das Seminar für die Schülerinnen und Schüler der Prüfungskurse begann am Donnerstagnachmittag im Zentrum für Kinderwunschbehandlung mit einem sehr informativen Vortrag von der dortigen Fachärztin für Frauenheilkunde und Reproduktionsmedizin Irene Coordes über die medizinischen Aspekte des zwar gesellschaftlich immer noch etwas tabuisierten, aber höchst präsenten Problems des unerfüllten Kinderwunsches. Neben den vielfältigen Ursachen der ungewollten Kinderlosigkeit kamen auch all die technischen Möglichkeiten der modernen Reproduktionsmedizin zur Sprache. Als besonders interessant erwiesen sich für die Schülerinnen und Schüler die Einblicke in die Laborarbeit, wo sie darüber informiert wurden, wie Eizellen und Spermien gewonnen werden, wie die Befruchtung im Reagenzglas funktioniert und wie befruchtete Eizellen gelagert werden.

Eine lustige Kennenlernrunde mit den ebenfalls beteiligten Schülerinnen und Schülern vom EMA und ihren Lehrerinnen Frau Colmsee und Frau Gutzmann beschloss den Tag, bevor es von Freitag bis Samstag wieder in das ausgesprochen gastfreundliche Diakonissenmutterhaus Vandsburg in Lemförde ging.

Doris Steinhübel, Psychologin von „pro familia“ erarbeitete dort mit den Schülerinnen und Schülern anhand zweier anschaulicher Fallbeispiele von Eltern mit unerfülltem Kinderwunsch die Problematik aus psychologischer Sicht, wobei die Belastungen, die ein Paar in dieser Situation zu tragen haben, deutlich wurden und die Schülerinnen und Schüler ebenso betroffen machten wie die hohe Zahl der Betroffenen. Informationen über die Beratungsstelle sowie statistische Erhebungen und Ursachen ungewollter Kinderlosigkeit rundeten ihren Vortrag ab.

Weitere Schwerpunkte setzten die Referentinnen des Nachmittags, Dr. Annette Mosel von der Spezialpraxis für pränatale Medizin und Ultraschalldiagnostik, Oberärztin am Klinikum Osnabrück, und Sozialpädagogin Marita Blom von der Beratungsstelle „Donum Vitae“: Nach einem Überblick über die Entwicklung der Pränataldiagnostik (Ultraschall und ab 2012 möglicher neuer „Pränatest“ ohne invasiven Eingriff) wurde vor allem die Frage diskutiert: Was tun bei negativer Diagnose? Schockierend für viele Schüler war in diesem Zusammenhang die hohe Zahl der Abtreibungen bei der Diagnose „Down-Syndrom“, viele äußerten deutliche Bedenken gegenüber dieser Selektion menschlichen Lebens.

Die Morgenandacht zu Gen 29,31-30,25 zur Erfüllung des Kinderwunsches im AT (Jakob…), gehalten von Diakon Udo Ferle stimmte in die Thematik des Samstags ein. Arnulf von Scheliha, Professor für Systematische Theologie und Ethik an der Universität Osnabrück kam dann die Aufgabe der Betrachtung der Problematik aus theologisch-ethischer Perspektive zu. Er mutete den Schülerinnen und Schülern in der Schlussrunde hohen Anspruch zu, wurde aber mit deren Aufmerksamkeit belohnt: Ausgehend von der Biblischen Norm schlug er eine Brücke über reformatorische Umformung und vernünftige Geltung hin zur medizinischen Konkretion. Besonders diskutiert wurden seine Positionen zu den Beispielen „Wunsch nach einem Kind als Spender für ein Geschwisterkind“, „Geschlechtswahl“ und „Kinderwunsch lesbischer Paare“. In der abschließenden Gruppenarbeit wurden je nach Bedarf einzelne Aspekte noch mal inhaltlich vertieft und die gelungene Tagung abgerundet.

Abschließend einen herzlichen Dank an unsere „Sponsoren“, ohne deren großzügige Unterstützung die Durchführung der Tagung in dieser Form nicht möglich gewesen wäre: DANKE der Evangelischen Jugendstiftung des Kirchenkreises Osnabrück, dem Ehemaligenverein des Ratsgymnasiums sowie dem Förderverein des „EMA“!

P.S.: Vom Rats dabei waren in diesem Jahr: Tatjana Ankudovic, Julia Binder, Margareta Gäbel, Julia Gern, Jaqueline Lampe, Marie Meyer, Sven Mollen Matthias Otte, Hannah Pohlmann, Tale Sauerwein, Frederike Steinke, Angelika Twyrdy, Louise Villafana, Stefanie Vosskühler, Anne Werner, Gian-Luca Westing, Frau Doering, Frau Just, Herr Weymann

JU/WEY | Fotos: A.Gutzmann

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