Casino Latino – hier spielt das Publikum selbst!

Wer braucht Wetten dass, Schlag den Raab, Wer wird Millionär, Dalli Dalli oder den Großen Preis, wenn es das phantastische Casino Latino gibt? Die Antwort der CasinobesucherInnen am Freitagabend dürfte eindeutig ausfallen, und die stolze Zahl von 64 (!) teilnehmenden LateinschülerInnen aus den Jahrgängen 11-13 spricht absolut für sich! Denn hier finden alle diese Spiele und noch viele mehr gleichzeitig statt – und das Spektakulärste daran: Das Publikum schaut nicht zu, sondern spielt sogar selbst! Am Freitag, dem 12.11.2021, ereignete sich zum zweiten Mal nach 2019 dieses einzigartige Spielformat für alle LateinschülerInnen der Oberstufe am Ratsgymnasium Osnabrück.

Für die SchülerInnen gab es hier quasi Mottowoche, Abiball, Weihnachten und Heiligabend an nur einem Abend zusammen! Denn natürlich bestand ein Dresscode, der (mit einer nicht zu erwähnenden Ausnahme …) auch von allen BesucherInnen mehr als überzeugend eingehalten wurde (siehe Bilder), so dass auch die Glücksgöttin Fortuna in dieser überaus festlichen Atmosphäre nur allzu gerne unter den SpielerInnen verweilte. Dazu gab es zahlreiche attraktive Gewinne zu gewinnen (u.a. Frühstück mit dem Schulleiter, heimlicher Hausaufgabengutschein, eine Kollegin als Mottowochenteilnehmerin, Römeranspitzer, Mythenbücher, Latein für Angeber, Kaiserlineal, Asterix-Zitate-Tasse, Metamorphosen-Hörbuch, Playmobilgötter etc.). Der Hauptgewinn bestand freilich für alle in der Teilnahme an dem Event selbst.

Gespielt werden konnten 11 unterschiedliche Spiele aus dem Bereich der antik-römischen Sprache und Kultur: Sponsionem facio … (Wetten, dass …), Pudor aut honor (Blamieren oder Kassieren!), Quis millionarius fit (Wer wird Millionär), Interrogatum-agitatum (Gefragt – Gejagt), Unum (Uno), Niger Iacus (Black Jack), Magnum pretium (Der Große Preis), Texas Tene (Pokern auf Latein), Nomen est omen (Schimpfwörtermemory) und zwei römische Würfelspiele! Alle diese Spiele sowie das gesamte Konzept inkl. festlichem Rahmen und Cocktailbar hatten in den vergangenen Wochen und Monaten 21 (z. T. inzwischen sogar schon ehemalige!) Studierende unter der Federführung von Herrn Rippelentwickelt und organisiert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Von besonderem Reiz war es dabei für die SchülerInnen, gegen die eigenen LehrerInnen anzutreten, die außer Konkurrenz mitspielen konnten. Hier konnte manch überraschender Triumph errungen werden: So scheiterten die Kollegen Rippel und Thun beim Interrogatum-agitatum z. B. gegen vier Schülerinnen an der Frage „Wofür gab Kaiser Augustus angeblich 20.000 Sesterzen aus? A) für seine Vorkoster, B) für einen Papagei, C) für ein goldenes Selbstporträt in seinem Schlafzimmer?“ Die richtige Antwort, die nur die Schülerinnen gaben, wäre der Papagei gewesen …

Um an einen der ausgelobten Preise zu gelangen, galt es, das zu Beginn erhaltene Startkapital von 25 Goldmünzen aus Caesars Piratenschatz durch erfolgreiche Teilnahme an frei zu wählenden Spielstationen größtmöglich zu vermehren. Wer seine Münzen in den Händen festhielt, dem drohten bei vor Angstschweiß schwitzenden Händen anschließend angesichts der abfärbenden Münzqualität freilich goldene Hände … Zur Abkühlung standen aber gleich 5 originalrömische Cocktails zur Auswahl (Venus in litore, Ostia, Magicum parvum, Stagnum caerulum, Sonans frux). Für die passende festliche Beleuchtung in der Aula und an allen Stationen sowie für die Musik und Technik hatte Justus Middendorf (Jahrgang 13) gesorgt, der in den letzten Tagen in aufwändiger Kleinarbeit und mit zahlreichen Suchaktionen die seit langem fehlenden Leuchter in der Aula mit viel Phantasie und Kreativität zu kaschieren wusste, wofür ihm an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich gedankt sei!

Die allgemeine Atmosphäre, die Begeisterung und der Enthusiasmus, mit dem sich die SchülerInnen auf und in die lateinischen Spiele stürzten, war mehr als beeindruckend, überall sah man fröhliche, strahlende, glückliche Gesichter (selbst durch die Masken hindurch!) und hörte man begeisterte Rückmeldungen – eine schönere Belohnung für den betriebenen Aufwand hätte es nicht geben können!

Nach gut 3 Stunden Spielzeit (wann arbeiten SchülerInnen schon einmal 3 Stunden am Stück mit solcher Konzentration und Begeisterung am Lateinischen?!) wurden dann die 10 Sieger sowie 3 geloste Zufallsgewinner ermittelt. Die ersten Drei erhielten unter dem verdienten Applaus aller Anwesenden natürlich auch den verdienten Lorbeerkranz in Bronze (Robin Schüttpelz, Jg. 12), Silber (Antonia Lutter, Jg. 13) und Gold (Justus Kühn, Jg. 13)!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am Ende des Abends stand sogar noch eine hygienegerechte LaOla des Publikums: LaOla für das Fach Latein – wo und wann gibt es denn so etwas? Das gibt es wohl nur im Casino Latino – und vielleicht nach der Abiturklausur?!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Gedankt sei an dieser Stelle noch einmal allen SchülerInnen, die für ihr jederzeit diszipliniertes Verhalten, ihre Spielbegeisterung und auch ihre Mithilfe beim Abbau ein riesiges Kompliment verdient haben, den mitspielenden und den an der Organisation im Vorder- und im Hintergrund beteiligten KollegInnen sowie an erster Stelle natürlich den 21 (ehemaligen) Studierenden der Universität Osnabrück (sog. „Eventgruppe Latein“) für die Organisation und Durchführung dieses wahrhaft großartigen, für Begeisterung sorgenden Latein-Events ein sicherlich für alle unvergesslicher Abend!

Text: Mark Rippel, Fotos: Dennis Weh, Tanja Bleiker u.a.

 

 

Veröffentlicht in Latein.