Sport_ea

Sport auf erhöhtem Anforderungsniveau (eA) in der gymnasialen Oberstufe

Sporttheorie in der Einführungsphase

„Schülerinnen und Schüler, die in der Qualifikationsphase den sportlichen Schwerpunkt oder Sport als fünftes Prüfungsfach wählen wollen, belegen in einem Schulhalbjahr der Einführungsphase zusätzlich einen zweistündigen Einführungskurs Sport. Dieser bereitet im Praxis-Theorie-Verbund auf die Anforderungen im Prüfungsfach Sport vor und führt in exemplarischer Weise in den Unterricht der Sporttheorie ein. Dabei sind folgende Kenntnisbereiche aus den Rahmenthemen (s. Kapitel 5) zu berücksichtigen:

  • Kenntnisse  zur  Realisierung  des  eigenen  sportlichen  Handelns  (Beispiele  aus Trainingslehre und Bewegungslehre in Bezug auf die Sportpraxis),
  • Kenntnisse  zur  Realisierung  des  eigenen  sportlichen  Handelns  (Beispiele  aus Trainingslehre und Bewegungslehre in Bezug auf die Sportpraxis),
  • Kenntnisse  zum  individuellen  sportlichen  Handeln  im  sozialen  Kontext  (z. B. Organisation sportlicher Übungs- und Wettkampfsituationen mit anderen und für andere),· Kenntnisse  über  den  Sport  im  gesellschaftlichen  Kontext  (z.B. Wechselbeziehungen  zwischen Wirtschaft, Politik und Medien einerseits und  dem Sport andererseits).“ (kc_sport_go_2011-08-1)

Am Ratsgymnasium Osnabrück wird der Sporttheoriekurs in zwei Kursen je zweistündig pro Halbjahr unterrichtet. Die Kursplanung basiert auf den Vorgaben des Kerncurriculums für die gymnasiale Oberstufe (vgl. 1.1) und der Rahmenplanung für das Sportprofil auf erhöhtem Anforderungsniveau in der Qualifikationsphase am Ratsgymnasium Osnabrück (vgl. 2.2). Die Inhalte sollen einerseits einen Einblick in die Themen und in die Arbeitsweisen der Qualifikationsphase ermöglichen, andererseits können sie einen vorentlastenden Charakter einnehmen. Der fächerübergreifende Bezug (z.B. zur Biologie) ist genauso wie die Verbindung zwischen Theorie und Praxis herzustellen. Im Sporttheorie-Kurs am Ratsgymnasium wird aufgrund der o.g. Stundenregelung in der Einführungsphase eine zweistündige Klausur geschrieben (EB-VO-GO, 2005/07/08/10/11, Nr. 8.14). Leistungen in Sporttheorie stellen keine Grundlagen für einen Versetzungsentscheid am Ende der Einführungsphase dar (VO-GO, 2005/07/08/10/11, § 9, Abs. 1). Daher wird in der Einführungsphase in Sporttheorie eine gesonderte Note erteilt.

Bei der folgenden Tabelle handelt es sich um eine exemplarische Kursplanung für den Sporttheorie-Kurs am Ratsgymnasium. Die Einheiten können je nach Länge des Kurshalbjahres und Intention des Kursleiters individuell variabel gestaltet werden.

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Sport auf erhöhtem Anforderungsniveau in der Qualifikationsphase

Verordnung über die gymnasiale Oberstufe (VO-GO) (Auszug aus § 11) (7)

  1. Sport kann als Prüfungsfach nur wählen, wer eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung vorgelegt hat.
  2. Tritt bis zum Ende des ersten Schuljahres der Qualifikationsphase Sportunfähigkeit ein, so ist anstelle von Sport
    1. im sportlichen Schwerpunkt ein anderes Prüfungsfach und
    2. in den übrigen Schwerpunkten ein anderes fünftes Prüfungsfach zu wählen.
  3. Ist das andere Prüfungsfach nach Satz 2 Nr. 1 in der Qualifikationsphase nicht mit erhöhtem Anforderungsniveau betrieben worden, so ist das erste Schuljahr der Qualifikationsphase zu wiederholen.
  4. Wer Sport als Prüfungsfach wählt, muss in einem Schulhalbjahr der Einführungsphase sowie im ersten bis vierten Schulhalbjahr der Qualifikationsphase Unterricht belegen, der aus Sportpraxis und Sporttheorie besteht.

Verordnung über die Abschlüsse in der gymnasialen Oberstufe, im Beruflichen Gymnasium, im Abendgymnasium und im Kolleg (AVO-GOBAK) (Auszug aus § 20)

3) 1 Kann ein Prüfling, der Sport als Prüfungsfach gewählt hat, aufgrund einer Sportunfähigkeit, die nach Abschluss des zweiten Schulhalbjahres eingetreten und durch ein amtsärztliches Zeugnis belegt ist, am praktischen Sportunterricht und an sportpraktischen Prüfungen nicht teilnehmen, so wird er in den weiteren Schulhalbjahren und in der Abiturprüfung nur nach seinen sporttheoretischen Leistungen beurteilt.

2 Satz 1 gilt entsprechend, wenn ein Prüfling im Rahmen der Abiturprüfung in einer vom vorsitzenden Mitglied der Prüfungskommission bestimmten Frist die sportpraktische Prüfung aus von ihm nicht zu vertretenden Gründen nicht ablegen kann.

Inhalte der Rahmenthemen und Module

Rahmenthema 1: Bewegungsanalyse

Der Schwerpunkt dieses Rahmenthemas liegt im Bereich der Bewegungsanalyse, wobei verschiedene Betrachtungsdimensionen enthalten sind. Während im Pflichtmodul die Außensicht einer Bewegung im Mittelpunkt steht, werden in den Wahlpflichtmodulen die Innensicht der Bewegung, Aspekte des Bewegungshandelns oder die motorische Entwicklung im Lebenslauf untersucht. Weitere Wahlpflichtmodule befassen sich mit qualitativen Bewegungsmerkmalen in gestalterischen Sportarten oder fokussieren koordinative Anforderungen in Sportspielen. Ausgehend von der (eigenen) Bewegungspraxis und verschiedenen Materialien sollen mithilfe fachspezifischer Verfahren (z.B. Beobachtungsbogen, Fotosequenz) Hypothesen geprüft werden, um funktionale Bewegungsanalysen zu erstellen und Probleme der Phaseneinteilung von Bewegungen zu reflektieren. Sofern im Vorfeld keine Einschränkung hinsichtlich der sportpraktischen Inhalte bekannt gegeben wird, ist sicherzustellen, dass das im Praxis-Theorie-Verbund erarbeitete Wissen und Können auf alle im Abitur zugelassenen Sportarten (vgl. EPA-EB Sport) übertragen werden kann. Im Sinne wissenschaftspropädeutischen und exemplarischen Arbeitens können hier Untersuchungsinstrumente wie Bild- und Videoanalyse sowie die Untersuchung von Weg-Zeit-Diagrammen erprobt werden.

Pflichtmodul: Bewegungen von außen betrachtet – Biomechanik und Funktionsanalyse

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erklären allgemeine biomechanische Grundlagen und wenden biomechanische Prinzipien sachgerecht an.
  • erklären allgemeine biomechanische Grundlagen und wenden biomechanische Prinzipien sachgerecht an.
  • erläutern die Bedeutung und Charakteristik einzelner Bewegungsmerkmale für die qualitative Bewegungsanalyse.
  • interpretieren Bild- und Filmmaterial zu Bewegungsabläufen unter funktionalen Gesichtspunkten.o entwerfen funktionale Bewegungsanalysen (Aufgaben- und Ablaufanalyse) und erörtern Probleme der Phaseneinteilung von Bewegungen.
  • entwickeln und formulieren einfache Hypothesen in der Auseinandersetzung mit der eigenen Bewegungspraxis.
  • wenden fachspezifische Verfahren der Bewegungsbeobachtung und -diagnostik(Beobachtungsbogen, Fotosequenzen, Videoanalyse) sachgerecht an.o unterscheiden zwischen funktionalen Bewegungsspielräumen und Bewegungsfehlern und entwerfen Fehleranalysen.

Verbindliche Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Kinematik und Dynamiko Kinematik und Dynamik
  • Translatorische und rotatorische Bewegungen
  • Zyklische und azyklische Bewegungsstrukturen und Phasenmodelle
  • Resultat- und verlaufsorientierte Bewegungsaufgaben
  • Prinzipien der Impulserzeugung und Impulserhaltung
  • Bewegungsabweichung und -fehler

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau

Die Schülerinnen und Schüler …

  • reflektieren verschiedene Betrachtungsdimensionen sportlicher Bewegungen (Außensicht/ Innensicht).

Verbindliche Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Kinematik und Dynamik
  • Translatorische und rotatorische Bewegungen
  • Zyklische und azyklische Bewegungsstrukturen und Phasenmodelle
  • Resultat- und verlaufsorientierte Bewegungsaufgaben
  • Prinzipien der Impulserzeugung und Impulserhaltung
  • Bewegungsabweichung und -fehler

Wahlpflichtmodul 1: Bewegungen von innen betrachtet - Motorik

Die Schülerinnen und Schüler …

  • benennen die Analysatoren und beschreiben deren Funktion in unterschiedlichen Sportarten/ Disziplinen.
  • benennen die Analysatoren und beschreiben deren Funktion in unterschiedlichen Sportarten/ Disziplinen.
  • erklären sportliche Bewegungen anhand von Regelkreismodellen und überprüfen den Gültigkeitsbereich und die Anwendungsrelevanz dieser Modelle.

Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Mensch als informationsverarbeitendes Systemo Mensch als informationsverarbeitendes System
  • Analysatoren
  • Motorik als Regelkreis
  • Prozess der Bewegungskoordination
  • Modellkritik am Regelkreis

Rahmenthema 2: Aspekte des Bewegungslernens

Den Schwerpunkt dieses Rahmenthemas bilden verschiedene Aspekte des Bewegungslernens. Im Mittelpunkt steht als Pflichtmodul der motorische Lernprozess, der durch die Wahlpflichtmodule Aufbau des Nervensystems, Bewegungshandlung und Bewegungskoordination, Technik- und Taktiktraining und motorische Tests ergänzt wird. Ausgehend von der eigenen Bewegungspraxis sollen die Entwicklung motorischer Lernprozesse und weitere Grundlagen untersucht werden. In diesem Zusammenhang sollen unterschiedliche Lehr-/ Lernmethoden und Korrekturmaßnahmen hinsichtlich ihrer Funktionalität beurteilt und adäquat eingesetzt werden. Auf der Grundlage lerntheoretischer Modelle ergeben sich entsprechende Lernarrangements und Übungssituationen. Sofern keine Vorgabe hinsichtlich der sportpraktischen Inhalte für das schriftliche Abitur bekannt gegeben wird, ist sicherzustellen, dass das im Praxis-Theorie-Verbund erarbeitete Wissen und Können auf alle im Abitur zugelassenen Sportarten (vgl. EPA-EB Sport) übertragen werden kann. Oberstufenspezifische Untersuchungsmöglichkeiten sind experimentelle Erprobungen von Lernarrangements und konkreten Übungsangeboten.

Pflichtmodul: Der motorische Lernprozess

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erläutern allgemeine theoretische Grundlagen, Phasen und Einflussfaktoren des Bewegungslernens.
  • erläutern allgemeine theoretische Grundlagen, Phasen und Einflussfaktoren des Bewegungslernens.
  • übertragen ihre Kenntnisse auf die eigene Bewegungspraxis, um eigene Bewegungsmöglichkeiten einzuschätzen und realistische Lernziele herzuleiten.
  • beurteilen Lehr-/ Lernmethoden und Korrekturmaßnahmen hinsichtlich ihrer Funktionalität und setzen diese zur Unterstützung und Steuerung motorischer Lernprozesse ein.
  • entwickeln Lernarrangements und Übungssequenzen nach lerntheoretischen Gesichtspunkten.

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau

Die Schülerinnen und Schüler …

  • reflektieren vertieft den Zusammenhang von motorischem Lernen und Instruktion.

Verbindliche Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Aufbau und Funktionsweise des Gedächtnisses
  • Aufbau und Funktionsweise des Gedächtnisses
  • Motorisches Lernen als eine Dimension des Lernens
  • Motorisches Lernen in Abgrenzung zu Reifung, Wachstum und Sozialisation
  • Phasen und Verläufe motorischen Lernens
  • Phasen und Verläufe motorischen Lernens
  • Faktoren, die das motorische Lernen beeinflussen
  • Bedeutung der Bewegungsvorstellung
  • Methoden zur Optimierung des motorischen Lernprozesses
  • Korrekturgrundsätze

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau

  • Instruktionsarten und Lehrstoffdarbietung, insbesondere Einsatz metaphorischer Instruktionen

 

Wahlpflichtmodul 2: Bewegungshandlung und Bewegungskoordination

Die Schülerinnen und Schüler …

  • beschreiben die Prozesse der Bewegungssteuerung und der Bewegungshandlung jeweils am Beispiel eines Modells und erläutern sie an Beispielen des Sports.
  • stellen die Modelle der Bewegungskoordination und der Bewegungshandlung vergleichend gegenüber und erörtern ihre Anwendungs- und Gültigkeitsbereiche.

Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Modelle der Bewegungskoordination und Bewegungshandlung
  • Bedeutung dieser Modelle für die Erklärung sportlicher Bewegungen bzw. Handlungen
  • Grenzen der modellhaften Darstellung

Rahmenthema 3: Grundlagen sportlichen Trainings

Der Schwerpunkt des Rahmenthemas liegt in der Vermittlung trainingswissenschaftlicher und sportbiologischer Grundlagen. Im Mittelpunkt des Pflichtmoduls stehen die Erstellung sportartspezifischer Anforderungsprofile und die Ableitung konditionell-koordinativer Trainingsziele. Des Weiteren sind mögliche physiologische Anpassungsprozesse zu bestimmen und Prinzipien zur Auslösung, Festigung und Steuerung dieser Prozesse im Training anzuwenden. Die Auswahl eines Wahlpflichtmoduls zielt auf Ergänzung und Vertiefung. Dies geschieht entweder über physiologische Schwerpunktsetzung oder Fokussierung auf den Gesundheitsaspekt. Ausgangspunkt der jeweiligen sporttheoretischen Vertiefung bilden immer sportpraktische Phänomene, um so eine konsequente Problem- und Handlungsorientierung zu gewährleisten. Hier bietet sich eine Verknüpfung mit dem Rahmenthema 4 in besonderer Weise an.

Beim Wahlpflichtmodul Sport und Gesundheit sind die Prinzipien der Mehrdimensionalität und der Zukunftsorientierung besonders zu beachten.

Pflichtmodul: Ziele, Gesetzmäßigkeiten und Prinzipien sportlichen Trainings

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erklären wesentliche Komponenten der sportlichen Leistungsfähigkeit und entwerfen sachgerechte Anforderungsprofile für einzelne Sportarten/Disziplinen.
  • erklären allgemeine biologische Grundlagen und Einflussfaktoren als Voraussetzung physiologischer Anpassungsprozesse.
  • benennen Belastungskomponenten und beschreiben die Charakteristik allgemeiner Trainingsmethoden.
  • beurteilen Training anhand der Trainingsprinzipien zur Auslösung, Festigung und Steuerung von Anpassungsprozessen.
  • benennen Abschnitte des langfristigen Trainingsaufbaus und begründen die Periodisierung des Trainings.

Verbindliche Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Komponenten sportlicher Leistungsfähigkeit
  • Ziele und Bereiche sportlichen Trainings
  • Allgemeine und konditionelle Anforderungsprofile von Sportarten/Disziplinen
  • Adaptationsbereiche
  • Physiologische Gesetzmäßigkeiten (Qualitätsgesetz, Reizschwellengesetz, Gesetz der Homöostase und Superkompensation, Gesetz der Trainierbarkeit)
  • Trainingsprinzipien
  • Methodik des Konditionstrainings
  • Trainingsplanung im Mikro-, Makro- und Jahreszyklus

Wahlpflichtmodul 1: Bewegungen von innen betrachtet - Motorik

Die Schülerinnen und Schüler …

  • benennen die Analysatoren und beschreiben deren Funktion in unterschiedlichen Sportarten/ Disziplinen.
  • benennen die Analysatoren und beschreiben deren Funktion in unterschiedlichen Sportarten/ Disziplinen.
  • erklären sportliche Bewegungen anhand von Regelkreismodellen und überprüfen den Gültigkeitsbereich und die Anwendungsrelevanz dieser Modelle.

Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Mensch als informationsverarbeitendes Systemo Mensch als informationsverarbeitendes System
  • Analysatoren
  • Motorik als Regelkreis
  • Prozess der Bewegungskoordination
  • Modellkritik am Regelkreis

Rahmenthema 4: Planung und Steuerung sportlichen Trainings

Der Schwerpunkt des Rahmenthemas liegt in der exemplarischen und vertieften Bearbeitung einer motorischen Leistungskomponente. Im Bereich des Pflichtmoduls werden konditionelle und koordinative Teilleistungsfaktoren voneinander abgegrenzt und in ihren Wechselwirkungen bestimmt. Das jeweils ausgewählte Wahlpflichtmodul ermöglicht aufgrund der thematischen Akzentuierung einen intensiven Praxis-Theorie-Bezug. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass auf der Basis spezifischer diagnostischer Verfahren und analysierter Anforderungsprofile ein funktionales und systematisches Training für einen Teilleistungsfaktor entwickelt und durchgeführt wird. Vor dem Hintergrund trainingswissenschaftlicher und physiologischer Erkenntnisse (s. Rahmenthema 3) liegen in der Planung und Steuerung individueller Trainingsprozesse Möglichkeiten zur theoriegebundenen Reflexion und zum wissenschaftspropädeutischen Arbeiten.

Die unmittelbare Verflechtung inhalts-und prozessbezogener Kompetenzen kommt im systematischen Einsatz trainingswissenschaftlicher Verfahren und M terialien zum Ausdruck.

Pflichtmodul: Ziele, Methoden, Inhalte und Diagnostik des Trainings.

Die Schülerinnen und Schüler …

  • unterscheiden zwischen Zielen, Methoden und Inhalten eines Konditions- und eines Koordinationstrainings.
  • erläutern einzelne konditionelle bzw. koordinative Fähigkeiten und ihre Wechselbeziehungen.
  • wenden geeignete Diagnoseverfahren an, um verschiedene Sportarten/Disziplinen auf ihr spezifisches konditionelles/koordinatives Anforderungsprofil zu untersuchen und Trainingsziele herzuleiten.

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erläutern Kriterien für die Planung und Steuerung von Trainingsprozessen in verschiedenen Altersstufen.

Verbindliche Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Beispiele für Anforderungsprofile einzelner Sportarten/Disziplinen
  • Begriffsbestimmung der Kondition und Koordination
  • Wechselwirkungen zwischen konditionellen und koordinativen Leistungsfaktoren
  • Begriffsbestimmung Trainingsziel, -methode und -inhalt
  • Diagnoseverfahren

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau:

  • Konditionstraining in verschiedenen Altersstufen

Wahlpflichtmodul 3: Ausdauer und Ausdauertraining

Die Schülerinnen und Schüler …

  • vergleichen anhand von Strukturierungskriterien Erscheinungsformen der Ausdauer und benennen deren Wechselwirkungen.
  • setzen spezifische Trainingsmethoden und -inhalte situationsgerecht ein und benennen die zu erwartenden Trainingseffekte.
  • begründen Trainingsziele und beurteilen Trainingsmethoden und -inhalte hinsichtlich ihrer Eignung für die geplanten Adaptationsprozesse.
  • wenden ihr Wissen an, um systematisch zu trainieren.
  • wenden exemplarische Diagnose- und Testverfahren zur Feststellung der individuellen motorischen Leistungsfähigkeit an.

Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Arten der Ausdauer
  • Bedeutung der Grundlagenausdauer für die sportliche Leistungsfähigkeit
  • Anatomisch- physiologische Grundlagen des allgemeinen aeroben/anaeroben Ausdauertrainings
  • Verfahren zur Bestimmung der aeroben/anaeroben Leistungsfähigkeit
  • Spezifische Ziele, Methoden und Inhalte
  • Risiken und Gefahren

Rahmenthema 5: Sportsoziologie - Sport als gesellschaftliches Phänomen

Gegenstandsbereiche der Sportsoziologie und der Sportpsychologie überschneiden sich, sodass es bei den Rahmenthemen 5 und 6 Schnittmengen gibt. Sport wird immer in einem gesellschaftlichen Kontext vollzogen. Da der gesellschaftliche Kontext aber einem ständigen Wandel unterworfen ist, wird bei diesem Rahmenthema der Sportbegriff in seiner differenzierten Verwendung reflektiert. Im Pflichtmodul sollen die Funktionen, die man dem Sport grundsätzlich zuordnen kann, erschlossen werden. Über diese unterschiedlichen Funktionen sollen die Wechselwirkungen zwischen dem Sport und der Wirtschaft, der Politik und den Medien erörtert werden. In die unterrichtliche Betrachtung müssen dabei neben ökonomischen auch ökologische Fragestellungen einbezogen werden. Das Wahlpflichtmodul ergänzt und vertieft die im Pflichtmodul gewonnenen Einsichten. Es sind sehr unterschiedliche Schwerpunktsetzungen möglich, doch soll durch die Einbeziehung vielfältiger Materialien (z.

B. Texte, Modelle, Grafiken, Statistiken) erkennbar werden, dass der Sport als ein Spiegelbild der Gesamtgesellschaft begriffen werden kann. Außerdem ist zu reflektieren, dass aktuelle Diskussionen im Sport und die Entwicklung von Zukunftsperspektiven nicht ohne historische Einordnung begriffen werden können. Darüber hinaus bietet das Wahlpflichtmodul Professionalisierung und Kommerzialisierung die Möglichkeit, Einblicke in die Vielfalt von Betätigungsfeldern im Sport zu eröffnen.

Ein Praxis-Theorie-Bezug lässt sich in diesem Rahmenthema durch Regelveränderungen in ausgewählten Sportarten herstellen (z. B. unterschiedliche Zielsetzungen,

Materialveränderungen).

Pflichtmodul: Funktionen des Sports in der Gesellschaft

Die Schülerinnen und Schüler …

  • wenden einen differenzierten Sportbegriff an, der verschiedene Betrachtungsdimensionen beinhaltet.
  • beschreiben idealtypische gesellschaftliche Funktionen des Sports in der sich verändernden Gesellschaft und reflektieren damit einhergehende Dysfunktionen.
  • skizzieren die enge Verflechtung von Sport und Gesellschaft.
  • erläutern Wechselwirkungen zwischen Sport und Sportanbietern.
  • erörtern sportökonomische und sportökologische Einflussgrößen und Zusammenhänge.

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau

Die Schülerinnen und Schüler …

  • prüfen Möglichkeiten und Grenzen modellhafter Darstellungen gesellschaftlicher und ökonomischer Prozesse.

Verbindliche Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Differenzierung des Sportbegriffes
  • Funktionen und Dysfunktionen des Sports
  • Sport und Medien
  • Wechselwirkung zwischen Sport auf der einen und Politik, Medien und Wirtschaft auf der anderen Seite (Subsidiaritätsprinzip, Sport und Gesundheit, Schulsport als gesellschaftspolitische Aufgabe, Sport und seine ökonomische und ökologische Bedeutung)

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau:

  • Möglichkeiten und Grenzen modellhafter Darstellungen (Modellkritik)

Wahlpflichtmodul 5: Spielen im historischen Kontext

Die Schülerinnen und Schüler …

  • vergleichen verschiedene Definitionen und Arten des Spielens.
  • untersuchen die Veränderungen von Spielen in sozialen und historischen Kontexten.

Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Der Spielbegriff im Wandel der Zeit
  • Spielen im sozialen und historischen Kontext

Rahmenthema 6: Sportpsychologie - Sportliches Handeln im sozialen Kontext

Gegenstandsbereiche der Sportsoziologie und der Sportpsychologie überschneiden sich, sodass es bei den Rahmenthemen 5 und 6 Schnittmengen gibt. Sportliches Handeln verfolgt bestimmte Absichten und Ziele. Diese lassen sich durch die Sportpsychologie in Motive und Motivationen differenzieren. Um diese Problemstellung geht es im Pflichtmodul. Das Analysieren und Beurteilen von verschiedenen Motivmodellen leistet dabei sowohl einen Beitrag zur Fremd- als auch zur Selbstanalyse.

Das Wahlpflichtmodul ergänzt und vertieft die im Pflichtmodul gewonnenen Einsichten. Es sind unterschiedliche Schwerpunktsetzungen möglich. Durch die Einbeziehung vielfältiger Materialien (z. B. Texte, Modelle, Grafiken, Statistiken) soll erkennbar werden, dass sportliches Handeln die eigene Persönlichkeitsentwicklung beeinflusst und dass dies unmittelbare Auswirkungen auf andere hat. Diese Wechselwirkungen werden unter psychologischen Gesichtspunkten betrachtet.

Zur Bearbeitung dieses Rahmenthemas eignen sich in besonderer Weise empirische Verfahren. Hierbei werden Materialien aus qualitativen und quantitativen Erhebungen berücksichtigt. Die eigenständige Anfertigung von Interviews und Fragebogenerhebungen sollte im Unterricht Berücksichtigung finden.

Ein Praxis-Theorie-Bezug lässt sich in diesem Rahmenthema durch Veränderungen von Sinnperspektiven in ausgewählten Sportarten herstellen (z.B. Überbietungsprinzip versus Gesundheitsprinzip, Vergleich aggressiver und nicht-aggressiver Sportspiele, Rollenspiele).

Pflichtmodul: Motive und Motivation sportlichen Handelns

Die Schülerinnen und Schüler …

  • erläutern den Aufbau einer Bewegungshandlung am Modell.
  • erläutern den Unterschied zwischen Motiv und Motivation.
  • unterscheiden verschiedene Motivgruppen sportlichen Handelns in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, Beruf und sozialem Umfeld.
  • erörtern Bedingungen und Wirkungen leistungsmotivierten Handelns.
  • reflektieren Motive und überprüfen deren Bedeutung für das eigene sportliche Handeln.
  • analysieren wesentliche Einflussfaktoren der Leistungsmotivation eines Individuums in einer sportlichen Handlungssituation.
  • analysieren Prozesse der Leistungsmotivation im Sport anhand konkreter Fallbeispiele.

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau

Die Schülerinnen und Schüler …

  • reflektieren Motivationsprozesse bzw. Handlungsverläufe und ihre modellhafte Darstellung.

Verbindliche Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Handlungsmodelle
  • Begriff des Motivs in Abgrenzung zu dem der Motivation
  • Motiv – Definitionen im Vergleich
  • Modell zum leistungsorientierten Handeln
  • Motivunterscheidungen (Motivgruppen) und Motivanalyse

Zusätzlich für das erhöhte Anforderungsniveau:

  • Möglichkeiten und Grenzen modellhafter Darstellungen (Modellkritik)

Wahlpflichtmodul 3: Aggression und Gewalt im Sport

Die Schülerinnen und Schüler …

  • definieren die Begriffe Aggression und Gewalt und grenzen sie voneinander ab.
  • erläutern verschiedene Aggressionsmodelle und überprüfen ihre Praxisrelevanz.
  • erörtern Formen und Ursachen der Gewalt im Sport und zeigen exemplarisch Lösungsmöglichkeiten auf.

Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • Unterscheidung von Aggressionsmodellen (Frustrations-Aggressionstheorie, Triebmodell, lern- und sozialisationstheoretisches Modell)
  • Aggressions- und Gewaltbegriff
  • Formen und Ursachen der Gewalt im Sport

Rahmenthema 7: Ausgewählte Phänomene des Sports

Dieses Rahmenthema setzt einen sinnvollen Schwerpunkt in einem ausgewählten Bereich des Sports. Es ist in besonderer Weise geeignet, ein im Kursverlauf beobachtetes Phänomen des Sports vertieft und/oder unter verschiedenen Betrachtungsdimensionen der (Sport-) Wissenschaft zu untersuchen. Es bietet besondere Gelegenheit für fächerübergreifende und projektartige Arbeitsweisen, die hier im Rahmen der zeitlichen, organisatorischen und regionalen Möglichkeiten genutzt werden sollen. Die diesbezüglichen Verantwortungen der

Lehrkraft sowie der Fachkonferenz sind zu beachten.

Pflichtmodul

Die Schülerinnen und Schüler …

  • setzen ihre Kompetenzen ein, um ein ausgewähltes Phänomen des Sports selbstständig unter einer (fach-) wissenschaftlichen Perspektive/Fragestellung zu untersuchen.
  • präsentieren und diskutieren die Ergebnisse ihrer Arbeit.

Unterrichtsaspekte/ -inhalte:

  • nach Vereinbarung

Klausuren

Im Prüfungsfach Sport sind die Ergebnisse der Klausuren heranzuziehen. In den Klausuren der Qualifikationsphase werden die Schülerinnen und Schüler an das in den EPA formulierte Niveau der Abiturklausuren schrittweise herangeführt. Die Teilaufgaben werden so zusammengestellt, dass verschiedene im Unterricht vermittelte Kompetenzen überprüft und die drei Anforderungsbereiche berücksichtigt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt im Anforderungsbereich II, den Anforderungsbereich I gilt es stärker zu berücksichtigen als den Anforderungsbereich III. Klausuren sind materialgebunden. Mit Materialien sind nicht nur Quellen wie Texte, Bilder bzw. Bildfolgen, Karikaturen u.a. gemeint, sondern auch Trainingspläne, Videosequenzen, Grafiken, Tabellen und Darstellungen, an die sich Analyse und Beurteilung anschließen. Alle Hilfsmittel, die in der Abiturprüfung benutzt werden sollen, müssen im Unterricht und in den Klausuren mehrfach verwendet worden sein.

Zur Ermittlung der Gesamtzensur werden in der Qualifikationsphase im Prüfungsfach Sport die sportpraktischen und sporttheoretischen Anteile im Verhältnis 1:1 gewichtet (s. Nr. 7.7 EB- VO-GO). Die Teilzensur in der Sporttheorie setzt sich aus der Bewertung der Mitarbeit im Unterricht und aus den Ergebnissen der Klausuren zusammen. Dabei darf der Anteil der schriftlichen Leistungen ein Drittel an der Teilzensur nicht unterschreiten und 50% nicht

überschreiten.

Anzahl, Zeitrahmen und Gewichtung der Klausuren in der Qualifikationsphase:

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Zusammengestellt und erarbeitet durch Jörg Bergmann in Zusammenarbeit mit Ben Seifert und David Vodde.

1. Fassung. Ratsgymnasium Osnabrück, 30. Mai 2017.